Podcast zum Lesen für Hörgeschädigte

Hi, schön dich wieder beim entspannungspunk-Podcast dabei zu haben!

 

 

Natürlich habe ich in den letzten Monaten – gerade auch in der Sommerpause über viele Dinge intensiv nachgedacht. Eine der Kernfragen für mich in den letzten Wochen und Monaten war immer wieder: Die aktuelle Situation legt ja mehr als offen, wie sehr destruktiv und egoistisch wir in Deutschland mit uns unseren Mitmenschen umgehen. Dieser Trend hat nicht erst seit Corona begonnen – keine Frage – zum ersten Mal richtig gespürt, dass sich in vielen Köpfen etwas gewichtig verändert habe ich bei der Flüchtlingskrise. Vielleicht habe ich auch da zum ersten Mal richtig und bewusst in die Kommentarspalten von Posts reingeschaut und den blanken Abgrund menschlichen Hasses deutlich erkannt. Den mag es auch vorher gegeben haben, ich hatte es für mich aber nicht so präsent wie seither.

 

Ich frage mich seit Monaten, wie ich aufgrund des destruktiven Wertewandels und dem bewussten weg vom Miteinander dagegensteuern kann, wie ich meine Meinung weniger durch Diskussionen und Worte, als mehr mit Taten vollziehen kann.

 

Ich war erschrocken, als ich Bilder und Live-Mitschnitte von den Corona-Demos in Berlin im Netz ungefiltert vorgefunden habe – vielmehr hat mich aber der Hass in den Kommentaren traurig gemacht.

 

Hass in einer Bevölkerung, die alles hat. Selbst die, die bei uns am untersten Spektrum der Möglichkeiten existieren und natürlich auch jeden Cent umdrehen müssen, haben dennoch 100 mal mehr als 99% aller Inder. Was ich dort gesehen und erlebt habe – hört gerne in meine vorherigen Podcast-Folgen rein.

 

Insofern muss die Mission weniger sein, die Hassenden zu bekehren – weil das anscheinend in der aktuellen Situation und der mit dem Hass einhergehenden Wut sowieso auf taube Ohren stößt – sondern mehr mit Taten des Wohlwollens und der Liebe aufgefangen werden.

 

Der Tropfen, der bei mir dann das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hatte, war die Situation in Moria und die dann ungeschönten, für mich sehr harten und kaum zu ertragenden Vor-Ort-Schalten und das verhalten der griechischen und somit europäischen Polizei.

 

Natürlich kann ich nun an eine Hilfsorganisation mit einer Spende unterstützen, aber das fühlt sich für mich nicht ausreichend an. Ich habe das dringende Bedürfnis, etwas zu „tun“ um mehr Gleichgewicht zu erzeugen.

 

Als ich vor einigen Wochen für meinen zweiten Podcast „Der Karriere-Optimierer“ Pastor Martin Lorenz bei mir zum interview zu Gast hatte, sprach er in einem Nebensatz von dem Thema Seelsorge und der Seelsorge-Ausbildung und dass Hilfe nicht automatisch bedeuten muss, auf die andere Seite von Europa zu reisen, um dort zu helfen. Auch hier in Deutschland brauchen Menschen in verschiedensten Lebenssituationen Hilfe und können das oben angesprochene Wohlwollen und die damit einhergehende Liebe gut gebrauchen.

 

Somit reifte in mir der Wunsch, meine Betätigung und mein Dagegensteuern mit Seelsorge anzugehen. Mir ist natürlich klar, dass dadurch in Moria nicht ein Flüchtling besser behandelt wird oder Asyl bekommt, aber der Gedanke, dass alle Menschen gleich sind, nährt ja auch den Glauben daran, dass alle somit das gleiche Recht auf Hilfe und Liebe haben.

 

Diese Vorstellung hat mich beruhigt und meinem Gedankenkarussell Frieden gegeben.

 

Somit habe ich für 2021 eine neue Herausforderung – die Seelsorger-Ausbildung zu absolvieren.

 

Du fragst Dich nun vielleicht, was das mit dem entspannungspunk-Podcast zu tun hat?

 

Ganz einfach: Wer die ganze Zeit in der Emotion „Wut“ verharrt, kann keine Entspannung finden. Denk mal drüber nach!

 

 

Das war es schon wieder mit der heutigen Folge des entspannungspunks.

 

Ich freue mich auf dein Feedback und auch auf deine Ideen für neue Themen und Folgen.

 

 

Bis zur nächsten Folge…

 

 

Dein Carsten

Natürlich habe ich in den letzten Monaten – gerade auch in der Sommerpause über viele Dinge intensiv nachgedacht. Eine der Kernfragen für mich in den letzten Wochen und Monaten war immer wieder: Die aktuelle Situation legt ja mehr als offen, wie sehr destruktiv und egoistisch wir in Deutschland mit uns unseren Mitmenschen umgehen. Dieser Trend hat nicht erst seit Corona begonnen – keine Frage – zum ersten Mal richtig gespürt, dass sich in vielen Köpfen etwas gewichtig verändert habe ich bei der Flüchtlingskrise. Vielleicht habe ich auch da zum ersten Mal richtig und bewusst in die Kommentarspalten von Posts reingeschaut und den blanken Abgrund menschlichen Hasses deutlich erkannt. Den mag es auch vorher gegeben haben, ich hatte es für mich aber nicht so präsent wie seither.